Bosnien und Herzegowina Reiseführer: Kaum ein anderes Land in Europa eignet sich so gut für einen Roadtrip abseits der ausgetretenen Pfade wie Bosnien und Herzegowina. Zwischen Sarajevos orientalischer Altstadt, der Alten Brücke von Mostar und den Wasserfällen der Herzegowina liegt ein Balkanland, das touristisch noch nicht überlaufen ist – und genau deshalb für Autoreisende, Wanderer und Geschichtsinteressierte so viel zu bieten hat.
Mit mehr als 30 Jahren Erfahrung im internationalen Destinationsmanagement und in der Reisebranche bringt dieser Reiseführer praktische Planungshilfen, sorgfältig ausgewählte Empfehlungen und eine international geprägte Perspektive zusammen. So können Sie Ihre Reise durch Bosnien und Herzegowina sicher planen, informierte Entscheidungen treffen und Ihre Zeit vor Ort optimal nutzen.
Entdecken Sie unvergessliche Erlebnisse in Bosnien und Herzegowina
• Touren und Erlebnisse in ganz Bosnien und Herzegowina entdecken ↗ – Kulturdenkmäler, historische Städte und Naturattraktionen im ganzen Land.
• Sarajevo bei einer geführten Stadtwanderung erleben ↗ – Baščaršija, die Lateinerbrücke und Spuren osmanischer und österreichisch-ungarischer Geschichte.
• Geschichte und Atmosphäre von Mostar erleben ↗ – die Alte Brücke, der Fluss Neretva und das kulturelle Erbe der Herzegowina.
• Tagesausflüge durch Bosnien und Herzegowina ↗ – Blagaj, Počitelj, die Kravice-Wasserfälle, Jajce und Travnik abseits der Hauptstädte.
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Beste Reisezeit für Bosnien und Herzegowina
Von Mai bis September ist es warm genug für Wasserfälle, Flusstäler und Wandertouren rund um Sarajevo und Mostar. Im Vergleich zum benachbarten Kroatien bleibt es selbst im Hochsommer deutlich weniger überlaufen. April, Mai, September und Oktober sind die beste Zeit für einen Roadtrip: mildere Temperaturen, günstigere Unterkünfte und die Alte Brücke in Mostar ohne die Reisebusse aus Dubrovnik und Split. Der Winter (Dezember bis Februar) bringt Skibetrieb rund um Sarajevo – Jahorina und Bjelašnica liegen eine Autostunde entfernt –, doch viele Nebenstraßen und kleinere Sehenswürdigkeiten sind dann schwerer erreichbar. Nach meiner Erfahrung ist die Nebensaison im Frühling oder Frühherbst die beste Wahl für einen Roadtrip: gutes Wetter, funktionierende Infrastruktur und noch genug Ruhe an den Hauptattraktionen. Wer im Juni bis August unterwegs ist, sollte Unterkünfte in Sarajevo und Mostar vorab reservieren – die Altstädte sind klein und schnell ausgebucht.
Wie viele Tage brauchen Sie?
Zwei volle Tage reichen für Sarajevos Altstadt, seine Museen und den Tunnel der Hoffnung. Ein weiterer Tag für Mostar und die Wasserfälle der Herzegowina ergibt eine solide Vier-Tage-Reise. Fünf bis sieben Tage lassen Zeit für Blagaj, Počitelj und Kravice, ohne zwischen den Orten zu hetzen. Zehn Tage öffnen die Tür zu Una-Nationalpark, Trebinje und Jajce – Ziele, die über die klassische Erstbesucher-Route hinausgehen. Für einen Roadtrip ist Bosnien und Herzegowina ideal: Die Distanzen sind kurz, doch die Straßen sind kurvenreich, und außerhalb der Region Sarajevo gibt es keine Autobahnen – zu eng geplante Zeit kostet hier mehr als anderswo in Europa. Wenn ich diese Reise heute planen würde, würde ich Unterkünfte in Sarajevo und Mostar fest buchen und die Route dazwischen offenlassen. Selbst ein langes Wochenende reicht für die Höhepunkte, wenn Sarajevo und Mostar alles ist, wofür die Zeit reicht.
Bosnische Küche & Getränke
Die bosnische Küche vereint osmanische und mitteleuropäische Einflüsse. Ćevapi – gegrillte Hackfleischröllchen im Fladenbrot mit Zwiebeln und Kajmak – ist das Nationalgericht, und zwischen der dünneren Sarajevo-Variante und der dickeren Banja-Luka-Variante wird seit Jahrzehnten gestritten, wer die besseren macht. Burek, der gefüllte Blätterteig mit Hackfleisch, Käse oder Spinat, funktioniert als Frühstück, Mittagessen oder Snack für unterwegs. Dolma und Japrak, gefüllte Paprika und Kohl- oder Weinblätter, stehen besonders im Winter auf der Karte. Bosnischer Kaffee, langsam in einer Džezva aufgebrüht und mit einem Stück Würfelzucker serviert, ist ein Ritual – zum Sitzen gedacht, nicht zum Mitnehmen. Wer es alkoholisch mag, probiert Rakija, den bosnischen Obstbrand, meist aus Pflaumen: in kleinen Schlucken trinken, nicht als Shot. Ein Tipp aus eigener Erfahrung: Restaurants direkt am Hauptplatz von Baščaršija sind teurer – zwei Straßen weiter gibt es dasselbe Essen zu lokalen Preisen.
Praktische Reisetipps
Landeswährung ist die Konvertible Mark (BAM), an den Euro gekoppelt; Euro werden in touristischen Gegenden meist akzeptiert, das Wechselgeld kommt aber in BAM zurück. Karten funktionieren in den meisten Hotels und Restaurants in Sarajevo und Mostar, für kleinere Orte, Bäckereien und Märkte sollte man Bargeld dabeihaben. Wer mit dem eigenen oder gemieteten Auto unterwegs ist, sollte genug Zeit einplanen: Außerhalb der Region Sarajevo gibt es keine Autobahnen, und die Straßen sind kurvenreich, auch wenn der Zustand grundsätzlich akzeptabel ist. Das ist auch die Grundlage meines 60/40-Ansatzes für diese Art von Reise: 60 % fest buchen – Unterkünfte in Sarajevo und Mostar, dazu die Touren, auf die Sie nicht verzichten wollen – und die restlichen 40 % offenlassen für spontane Entdeckungen unterwegs, die sich bei einem Roadtrip fast von selbst ergeben. Für Mostar gilt: Wer die Alte Brücke ohne die Tagesausflügler aus Kroatien erleben will, übernachtet dort statt nur durchzufahren.

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Die TOP 10 Sehenswürdigkeiten in Bosnien und Herzegowina 🇧🇦:
Diese zehn Orte zeigen, warum Bosnien und Herzegowina für einen Roadtrip so lohnt: kurze Distanzen zwischen sehr unterschiedlichen Zielen, von der osmanischen Altstadt Sarajevos bis zu den türkisfarbenen Pools von Kravice. Wer mit dem eigenen Tempo reist, kann die meisten davon in einer Rundreise über fünf bis zehn Tage verbinden.
10. Počitelj→
Die kleine Festungsstadt am Ufer der Neretva gehört zu den am besten erhaltenen osmanischen Siedlungen des Landes. Ein guter Zwischenstopp auf der Fahrt von Mostar zu den Kravice-Wasserfällen – 20 bis 30 Minuten reichen für die engen Gassen, die Festung und einen Kaffee mit Blick auf den Fluss.
9. Mostar Uhrturm (Sahat Kula)→
Der osmanische Uhrturm liegt nur wenige Gehminuten von der Alten Brücke entfernt, aber deutlich ruhiger als die Hauptattraktion. Von hier aus lässt sich Mostars Altstadt gut überblicken, bevor man Richtung Bazar weitergeht.
8. Kloster Blagaj (Blagaj Tekija)→
Das Derwischkloster aus dem 16. Jahrhundert liegt direkt an der Quelle der Buna, unter einer steil aufragenden Felswand. Nur 20 Autominuten von Mostar entfernt und einer der ruhigsten Orte auf der Route – am besten früh am Morgen besuchen, bevor die Tagesgruppen ankommen.
Kloster Blagaj (Blagaj Tekija)→
7. Gazi-Husrev-beg-Moschee→
Die wichtigste Moschee Sarajevos liegt mitten im Basar-Viertel Baščaršija und ist für Besucher außerhalb der Gebetszeiten zugänglich (angemessene Kleidung erforderlich). Ein knapper Besuch von 20 Minuten reicht, um Architektur und Innenhof zu sehen.
6. Medjugorje→
Der Wallfahrtsort ist seit den 1980er-Jahren Ziel katholischer Pilger aus ganz Europa und liegt auf der Route zwischen Mostar und der kroatischen Grenze bei Metković. Auch ohne religiösen Bezug lohnt ein kurzer Zwischenstopp – allein schon wegen der ungewöhnlichen Atmosphäre eines Ortes, der komplett auf den Pilgertourismus ausgerichtet ist.
5. Lateinerbrücke (Latinska Ćuprija)→
An dieser Brücke über die Miljacka wurde 1914 Erzherzog Franz Ferdinand erschossen – der Auslöser des Ersten Weltkriegs. Für deutschsprachige Besucher, die den Namen aus dem Geschichtsunterricht kennen, ist der Ort meist überraschend unscheinbar: eine gewöhnliche Steinbrücke mitten in der Stadt, mit einer kleinen Gedenktafel und einem Museum direkt daneben.
Lateinerbrücke (Latinska Ćuprija)→
4. Kravice-Wasserfälle (Vodopad Kravica)→
Die Kaskaden am Trebižat-Fluss gehören zu den beliebtesten Fotomotiven des Landes und sind im Sommer zum Schwimmen freigegeben. Von Mostar aus etwa 45 Minuten mit dem Auto; wer früh am Morgen kommt, hat die Pools noch für sich.
Kravice-Wasserfälle (Vodopad Kravica)→
3. Baščaršija-Basar→
Sarajevos osmanische Altstadt mit engen Gassen, Kupferschmieden und unzähligen Cafés ist der natürliche Ausgangspunkt für jeden Stadtbesuch. Zwischen den Souvenirständen finden sich auch echte Handwerksbetriebe – wer genauer hinschaut statt nur durchzulaufen, erkennt den Unterschied schnell.
2. Alte Brücke (Stari Most)→
Das Wahrzeichen Mostars aus dem 16. Jahrhundert wurde im Bosnienkrieg zerstört und 2004 originalgetreu wiederaufgebaut – seit 2005 UNESCO-Welterbe. Junge Männer springen hier gegen eine kleine Gebühr von der Brücke in die Neretva; ein Sprung selbst wird nicht empfohlen, ohne vorherige Erfahrung mit der lokalen Sprunggruppe. Am frühen Morgen oder späten Nachmittag ist es hier deutlich ruhiger als mittags.
1. Sarajevo-Tunnel (Tunel Spasa)→
Der “Tunnel der Hoffnung” verband Sarajevo während der Belagerung (1992–1996) mit dem Rest des Landes und war die einzige Verbindung zur Außenwelt für Lebensmittel, medizinische Versorgung und Menschen. Ein Teilstück ist heute als Museum zugänglich, direkt am ehemaligen Flughafengelände – für viele deutsche Besucher der Punkt, an dem die Geschichte aus den Nachrichten der 1990er-Jahre plötzlich konkret wird.
Sarajevo-Tunnel (Tunel Spasa)→
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Bosnien und Herzegowina: Geschichte, Kultur und Natur im Überblick
Bosnien und Herzegowina liegt im Herzen des Balkans und vereint eine bewegte Geschichte, kulturelle Vielfalt und eine landschaftlich beeindruckende Natur – von den schroffen Dinarischen Alpen bis zu den grünen Flusstälern der Herzegowina.
Geschichte
Osmanisches Erbe: Das Osmanische Reich prägte über Jahrhunderte Architektur, Religion und Alltagskultur des Landes – sichtbar bis heute an Bauwerken wie der Alten Brücke in Mostar und der Gazi-Husrev-beg-Moschee in Sarajevo, ebenso wie in Küche und Handwerk.
Österreichisch-ungarische Zeit: Nach dem Ende der osmanischen Herrschaft brachte die österreichisch-ungarische Verwaltung (1878–1918) Eisenbahnen, Straßen und einen neuen Architekturstil, der Sarajevos und Mostars Stadtbild bis heute mitprägt.
Bosnienkrieg und Wiederaufbau: Der Krieg von 1992 bis 1995 hinterließ tiefe Spuren, die im ganzen Land noch sichtbar sind – von Einschusslöchern an Häuserfassaden bis zum Sarajevo-Tunnel. Der Wiederaufbau von Städten und Infrastruktur, unterstützt durch internationale Hilfe, prägt die jüngere Landesgeschichte.
Kultur und Religion
Bosniaken, Kroaten und Serben prägen gemeinsam die kulturelle Vielfalt des Landes, ebenso wie das Nebeneinander von Islam, katholischer und orthodoxer Kirche. Moscheen, katholische und orthodoxe Kirchen stehen in Sarajevo oft nur wenige Straßen voneinander entfernt. Bosnisch, Kroatisch und Serbisch sind gleichberechtigte Amtssprachen und werden sowohl in lateinischer als auch kyrillischer Schrift geschrieben.
Natur
Die Dinarischen Alpen mit Gipfeln wie Bjelašnica und Prenj bieten Wander- und Klettermöglichkeiten in unmittelbarer Nähe von Sarajevo. Der Fluss Neretva prägt die Landschaft der Herzegowina und eignet sich für Rafting und Kajak. Im Nordwesten lädt der Una-Nationalpark mit seinem kristallklaren Wasser und Wasserfällen zu Wanderungen und Kajaktouren ein – ein Ziel, das auf den meisten Erstbesuch-Routen fehlt, aber einen eigenen Abstecher wert ist.
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Häufig gestellte Fragen
Wie viele Tage braucht man für Bosnien und Herzegowina?
Zwei volle Tage reichen für Sarajevo. Rechnen Sie drei bis fünf weitere Tage für Mostar, die Wasserfälle von Kravice und einen Tagesausflug durch die Herzegowina ein – die meisten Reisenden planen fünf bis sieben Tage insgesamt. Mit zehn Tagen lassen sich auch der Una-Nationalpark oder Trebinje in Ruhe besuchen.
Wann ist die beste Reisezeit für Bosnien und Herzegowina?
Von Mai bis September ist es warm genug für Wanderungen und Wasserfälle, und deutlich weniger überlaufen als im benachbarten Kroatien. April, Mai, September und Oktober sind die Nebensaison: mildere Temperaturen, günstigere Unterkünfte und die Alte Brücke in Mostar ohne die Reisebusse der Tagesausflügler.
Ist Bosnien und Herzegowina teuer für Reisende?
Nein – Bosnien und Herzegowina gehört zu den günstigeren Reisezielen Europas. Mit dem Budget kommt man mit etwa 45 bis 60 Euro pro Tag aus, für eine komfortablere Reise mit Hotels und Restaurantbesuchen sollte man 100 bis 130 Euro pro Tag einplanen. Sarajevo ist etwas teurer als Mostar oder kleinere Orte.
Lohnt sich ein Roadtrip mit dem Mietwagen, oder reicht der Bus?
Busse verbinden Sarajevo, Mostar und die anderen größeren Städte zuverlässig und günstig. Ein Mietwagen lohnt sich, wenn Sie Kravice, Blagaj, Počitelj und Jajce nach eigenem Zeitplan erreichen wollen statt an eine Gruppentour gebunden zu sein – außerhalb der Region Sarajevo gibt es allerdings keine Autobahnen, planen Sie also etwas mehr Fahrzeit ein.
Sarajevo oder Mostar – wohin zuerst?
Am besten beides. Sarajevo hat mit Altstadt, Museen und Kriegsgeschichte genug für zwei volle Tage. Mostar lässt sich an einem Tag besichtigen, aber wer über Nacht bleibt, erlebt die Alte Brücke ohne die Tagesausflügler aus Dubrovnik und Split.
Willkommen zu unserem Bosnien und Herzegowina Reiseführer.
Herzliche Grüße,

Lassi Pensikkala
Reiseexperte & Reiseautor
Laufend aktualisiert · © Lassi Pensikkala
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